Wir sind in Nyaung Shwe. Ein kleines Städtchen etwa 4 km vom Inle See entfernt. Das gesamte Leben der Einwohner ist mehr oder weniger auf den See ausgerichtet. Der Ort ist über die Kanäle direkt an den See angebunden.

Nach unserer sehr kurzen Nacht in der Abstellkammer gehen wir erst mal auf die Suche nach Frühstück. Laut Reiseführer gibt es in Nyaung Shwe die besten Pancakes von Myanmar. Das Pancake Kingdom klingt in der Hinsicht auch vielversprechend. Und unsere Erwartungen wurden mit Banana-Schoko-Pancake erfüllt. Nyaung Shwe ist sowieso auf der kulinarischen Seite für birmesische Verhältnisse überraschend westlich geprägt. Aber ob die Köche der Pizza- und Pastaläden jemals in Italien waren, würde ich mal bezweifeln. Die Pizza war jedenfalls mit einer guten italienischen Pizza nicht vergleichbar. Käse ist auch echt ne Seltenheit in Asien. Naja, eine Pizza statt Reis tat trotzdem mal gut.
Boote in Nyaung Shwe

Unser Joy Hostel liegt direkt an einem sehr belebten Kanal. Hier wird aus den Booten heraus und auf der Straße mit sämtlichen kuriosen Gemüsesorten gedealt. Aber der Renner sind Tomaten, die wir hier nicht unbedingt erwartet hätten. Tomaten findet man nämlich so gut wie nie im Essen (zum Glück). Auf dem Kanal stehen die Boote so dicht nebeneinander, dass keine Mücke mehr dazwischen passt.

Boote in Nyaung Shwe

Irgendwie schaffen es die Bootsführer trotzdem immer wieder ihre Kähne elegant zwischen den anderen durch zu mogeln.

Für unseren ersten Inle-Tag beschließen wir, erst mal ein Fahrrad zu leihen und die Gegend zu erkunden. Vom Guesthouse haben wir eine Karte bekommen. Also eigentlich eine schlecht Schwarzweiß-Kopie von einer handgekritzelten „Karte“. Zu Erkennen waren gerade noch der See und ein paar Wege. Aber egal. So viele Möglichkeiten gab es ja nicht, am See entlang.

Nyaung Shwe mit Fahrrad

Unterwegs machten wir dann noch eine Bootsausflug über den See für den nächsten Tag klar. Wir haben das direkt bei einem der Bootsmänner am Anleger klar gemacht. Das war auch total easy. Man macht einfach eine Zeit und einen Preis aus und sagt wie man heißt. Total einfach. Viel schwieriger ist es, sich den Bootsmann zu merken und am nächsten morgen wiederzufinden. Die sehen ja alle gleich aus.

Dorf bei Nyaung Shwe

Auf dem Weg nach Kaung Tain kommen wir an einigen kleinen Dörfern vorbei. Die Gegend um den See ist sehr sumpfig. Deshalb stehen die Häuser auf Stelzen und es gibt überall kleine Brücken und Stege.

Dorf bei Nyaung Shwe

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Die Inle-Bewohner sind total freundliche Leute. Obwohl es eine der touristischten Gegenden hier ist, sind die Menschen noch nicht verdorben. Auch die Kinder hatten ihren Spass mit uns Langnasen. Besonders natürlich, wenn es kleine Geschenke gab.

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Manche Kids waren erst mal ein bisschen skeptisch bei dem Anblick von uns Bleichgesichtern.

Fussball

Die Jungs in Kaung Taing hatten gerade Sportunterricht, als wir mit unseren Drahteseln vorbei radelten. Fußball ist natürlich ein Highlight. Interessant find ich, dass die Leute hier mit die Ärmsten der Welt sind, aber total Wert auf ein gepflegtes Äußeres und ordentliche Kleidung legen. Die Kinder in ihrer Schuluniform sehen jedenfalls immer total gebügelt aus.

Seilhüpfen

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Für coole Fotos wird auch mal gepost. Besonders, wenn Geschenke in Aussicht stehen. Wenn die Kids dann die Fotos sehen, strahlen die Augen. In dem Moment würde ich immer gerne Bilder ausdrucken können.  Vielleicht brauche ich wirklich mal nen mobilen Fotodrucker.

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Dorf bei Nyaung Shwe

Über 90% der Birmesen arbeiten in der Landwirtschaft. Der Boden am Inle-See ist besonders fruchtbar. Die Gärten sind teilweise direkt auf dem See, an Stellen an denen das Wasser nur wenige Zentimeter tief ist.

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Elli und Tom

In Maing Thauk haben wir unseren Bikes mal eine Ruhepause gegönnt und uns einen Lunch gegönnt. Danach haben wir den Aufstieg zu einem kleinen Kloster gewagt. Leider gab es nicht wirklich viel zu sehen, außer einen wolkenverhangenen Blick auf den See.

Bootsfahrer

Bootsfahrer

Zurück nach Nyaung Shwe hat uns dann dieser etwas mürrich dreinblickende Cowboy gebracht. Wir haben es nicht geschafft ihn zum Lachen zu bringen. Vielleicht hätten wir mehr faxen machen müssen. Aber auf der ersten Fahrt in ner motoroisierten Nussschale auf dem See wollten wir noch keine ausufernden Gestiken ausprobieren.

Teakholz-Kloster

Im Teakholz-Kloster am Rande von Nyaung Shwe haben die Mönche Putzdienst. Das sieht schon ein bisschen nach Kommunismus aus. Viel zu viele Menschen kehren unmotiviert ein kleines Stück Treppe. Aber vielleicht hatten die auch nur keine Lust fotografiert zu werden oder fanden uns interessanter.

Teakholz-Kloster

Das Teakholz-Kloster ist eines der beliebtesten Fotomotive der Gegend. Markenzeichen sind die ovalen Fenster. Wenn die Mönche im Fenster stehen, freuen sich die Fotografen draußen. Wir waren leider drinnen und haben damit kein Postkartenmotiv auf die Karte bekommen.

Nach der anstregenden Radtour haben wir uns abends mit unserem schweizer Freund aus dem Joy Hostel und Anne, einer Holländerin im Green Chili getroffen. Da gabs leckeres Thai-Essen. Zu empfehlen!

Das wars vom ersten Teil des Inle-Sees. Mehr hoffentlich in Kürze. Bis denne… Der Tom

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