Kakku ist eine heilige Stätte in Myanmar. Man kann einen Ausflug dorthin gut mit einem Aufenthalt am Inle-See kombinieren. Die eigentliche Sehenswürdigkeit in Kakku ist ein ca. ein Quadratkilometer großes Pagodenfeld, auf dem sich über 2000 Pagoden tummeln.

Wir haben Kakku als Tagesausflug von Nyaung Shwe aus gemacht. Der Trip hat ein paar Besonderheiten, die man beachten muss. Wir konnten nämlich nicht einfach mit dem Bus nach Kakku fahren und uns das anschauen. Zunächst mal gibt es keine ordentliche Verbindung mit öffentlichen Nahverkehr. Außerdem benötigt man für den Besuch einen speziellen Pa-O Guide. Bis vor Kurzem durften Ausländer die heilige Stätte gar nicht betreten. Deshalb ist der Ort auch relativ unbekannt. Für die hier ­lebenden Pa-O ist Kakku allerdings das wichtigste Heiligtum.

Mit dem Taxi nach Kakku

5:45 Uhr aufstehen. Hatte ich erwähnt, dass man sich in Myanmar an solche Uhrzeiten gewöhnen muss?

Wir haben uns einen Wagen mit Fahrer für den ganzen Tag geordert. Mit dem sind wir dann eine gute Stunde nach Taunggyi gefahren. Die Stadt ist das Verwaltungszentrum für die Region. Unser Fahrer hat dann vor irgend einem Gebäude angehalten und uns klar gemacht, dass wir reingehen und uns einen Guide besorgen müssen. Es war zum Glück nichts los und wir waren die einzigen Leute. Trotzdem hats eine Weile gedauert, bis unser Guide dann kam. Wir hatten den Eindruck als wären die nicht wirklich auf Besucher vorbereitet.

Pa-O Guide in Kakku

In Taunggyi steigt also unser Guide, die Drachenlady zu. Die Pa-O Frauen erkennt man an dem roten Kopftuch, dass an einen Drachen erinnern soll.

Was wir über die Pa-O gelernt haben

Auf unserer rund 90-minütigen Fahrt von Taunggyi nach Kakku hat uns die Drachenlady einiges über ihr Volk erzählt. Hier die Kurzform: Die Pa-O glauben, dass sie von einem Medizinmann und einer Drachenfrau abstammen. Damals ist ein Medizinmann in den Wald gegangen, um Kräuter zu sammeln. Am See trifft er die verletzte Drachenfrau und heilt sie. Natürlich verlieben sie sich ineinander und zeugen ganz viele Drachenkinder. Die Frauen der Pa-O tragen schwarze Kleidung und den roten Turban, um an den Drachen zu erinnern. Übrigens erzählt uns die Drachenlady, dass es rote und weiße Pa-O gibt (nicht die Farbe des Kopftuchs). Die beiden Völker können sich auf den Tod nicht ausstehen.

Pagodenfeld in Kakku

Das Pagodenfeld ist wirklich beeindruckend. Wir waren zum Glück so früh, dass außer uns keine anderen Besucher da waren. Da hat sich das frühe Aufstehen wieder rentiert.

Kutsche vor dem Kakku Pagodenfeld

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Geschmückte Pagode in Kakku

Außer dem Pagodenfeld, in dem man sich eine Stunde aufhalten kann, gibt es nur ein Restaurant. Wir haben es nicht ausprobiert, da wir zur der Zeit noch keinen Hunger hatten. Es soll sich aber lohnen in ca. einer Stunde den Hügel zu erklimmen, von wo man einen super Blick von oben auf die Pagoden haben soll. Leider war der Weg wohl zu nass und matschig und unsere Drachenlady hatte nicht wirklich Lust mit uns da hoch zu klettern.

Mitten innerhalb der Pagoden

 

Auf dem Rückweg bot uns unser Guide an, mit uns noch ein Pa-O Dorf zu besuchen. Also haben wir noch einen Stopp unterwegs gemacht. Wir haben einen Rinder-Markt gesehen und weitere Dinge über die Pa-O gelernt.

Pa-O Love Story

Wie läuft das eigentlich so mit dem anbändeln, wenn es kein Bars, Clubs, Kinos und Fastfood-Restaurants gibt? Also bei den Pa-O wird ein Junge, der ein Mädchen gut findet zu ihren Eltern ins Wohnzimmer zum Tee eingeladen. Die Eltern passen auf. Wenn die Tochter des Hauses Signale entsendet, dass sie ihr Gegenüber sympathisch findet, bekommt er nur sehr wenig Tee und sie unterhalten sich nur. Wenn es nicht so läuft wird dem Verehrer so viel Tee eingeschenkt, bis er pinkeln muss. Das Klo ist nur leider draußen. Und die Regel besagt: einmal raus, aus die Maus. Chance vergeigt.

Die alte Drachenlady

Von wegen, es gibt keine Discos. Wir haben die erste mobile Disco in Myanmar gesehen. Oder was machen die sonst mit diesen Riesen-Lautsprechern?

Mobile Disco in Myanmar

So. Das war der letzte Reisebericht unserer Myanmar-Reise. Aber keine Sorge, weitere Berichte folgen. Wie wärs mit Vietnam und Kambodscha? Oder Marokko? Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, besucht doch auch meine Facebook-Seite http://facebook.com/BlattsalatPhotography

Frohe Weihnachten schon mal und weiterhin schönes Reisen!

Tom

Weitere Myanmar-Reiseberichte

Asien 2012 – Teil 1: Fotoserie und Reisebericht

Asien 2012 – Teil 2: Yangon

Asien 2012 – Teil 3: Beautiful Bagan

Asien 2012 – Teil 4: Mit dem Zug durch den nördlichen Shan-Staat

Asien 2012 – Teil 5: Trekking in Kyaukme (1)

Asien 2012 – Teil 5: Trekking in Kyaukme (2)

Asien 2012 – Teil 6: Auf zum Inle See

Asien 2012 – Teil 7: Nyaung Shwe by Bike

Asien 2012 – Teil 8: Ein Tag auf dem Inle-See

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