Nach 20 Tagen Myanmar gehts für uns über Kuala Lumpur weiter nach Ho Chi Minh City. Nachdem wir uns nach anfänglichem Kulturschock in Myanmar eingegroovt hatten und die Menschen echt zu schätzen gelernt haben, war Vietnam für uns erst mal ernüchternd. Aber eins nach dem anderen…

In dem folgenden Vietnam-Reisebericht will ich euch einen kurzen subjektiven Einblick in dieses Land geben. Jeder nimmt eine Reise anders war und jeder hat andere Erwartungen und Ansprüche. Ich schildere hier meine persönlichen Eindrücke und Bilder. Wer nur Bilder gucken will, kann gerne einfach auf ein Bild klicken und durchzappen.

Wir haben uns leider nur sehr kurz in Vietnam aufgehalten und uns auf Ho Chi Minh City, das Mekong Delta und die Insel Phu Quoc konzentriert. Kurz vorweg: Phu Quoc ist total relaxed und es gibt bis auf Sonne, Strand und Abhängen erfreulich wenig zu tun. Viel mehr gibts dazu nicht zu sagen.

Ankommen in Ho Chi Minh City

Ho Chi Minh City

Natürlich kann man Vietnam kaum mit Myanmar vergleichen. Aber gerade das fällt natürlich extrem schwer, wenn man gerade von dort kommt. Kurz: Ho Chi Minh war eine ganze Ecke professioneller. In jeglicher Hinsicht. Schon nach Verlassen des Flughafens wurden wir von Taxifahrern und Schleppern umgarnt. Wir hatten uns schon vorher überlegt einen Local Bus zu nehmen. Das kann ich nur jedem empfehlen. Nicht nur aus der Kostensicht (Taxi 16 Euro / Bus 0,60 Euro), sondern vor allem weil man viel mehr „Leben“ mitbekommt.

Ho Chi Minh City

Unser Guesthouse

Wir hatten schon ein paar Tage zuvor das Vy Khan Guesthouse mitten im Zentrum gebucht. Auch bei der Wahl der Unterkunft ziehe ich kleine Guesthouses einem Hotel vor. Auch das hat weniger mit dem Preis, sondern viel mehr mit dem Ambiente zu tun. Das Vy Khan war total mini und unscheinbar in einer kleinen engen Gasse versteckt. Alleine hätten wir das nie gefunden. Aber zum Glück sind die Leute sehr hilfsbereit. Unser Guesthouse und vor allem die Besitzerin waren total super und ideal als Startpunkt zum Erkunden der Stadt.

Stadterkundung

Wir haben uns 1,5 Tage Zeit genommen, um ins in Ruhe die Stadt anzuschauen. Das Zentrum konnten wir gut zu Fuß abklappern. Das Überqueren von größeren Straßen ist aber erst mal eine Sache für sich. Da tummeln sich ungefähr 100 Reihen Mofas nebeneinander. Und Ampel zählen nicht viel.

Ho Chi Minh City

Der Trick ist, einfach zu gehen. Langsam und ruhig. Dann machen alle einen Bogen um einen. Aber auf keinen Fall stehen bleiben.

Im Großen und Ganzen fand ich Ho Chi Minh City nicht besonders aufregend. Man spürt hier und da noch die französische Kolonialherrschaft (Baguettes, Cafes und sogar ein asiatisches Notre Dame). Insgesamt wirkt die Stadt doch sehr westlich und aufgeräumt. Andererseits hatten wir zum ersten Mal seit drei Wochen Asien so was wie Nightlife. Mein Tipp: einfach an einer der typischen Bars einen der Plastik-Kinderstühle ergattern (möglichst in der ersten Reihe), Bierchen bestellen und Leute beobachten. Super.

Dann mal los ins Mekong Delta

Am Morgen des zweiten Tages holte uns Mr. Vu am Guesthouse ab. Wir hatten schon von Deutschland aus eine private Tour bei einem kleinen deutschen Tourveranstalter gebucht. Wir hätten zwar auch eine Gruppentour machen können, haben aber viel negatives darüber gehört. Für uns gabs also die Luxusvariante mit eigenem Fahrer und Guide.

Die Fahrt von Ho Chi Minh City ins Delta dauerte erst mal so um die 3 Stunden. Auf der Fahrt machten wir uns erst mal mit unserm Guide bekannt. Ansonsten war die Fahrt unspektakulär. Unser erster Stop an dem Tag war My Tho. Dort stiegen wir in ein kleines Boot um, das uns durch die Nebenarme das Mekong schipperte.

Mekong Delta

Abenteuer-Rundgang für Touristen

My Tho ist leider der wahrscheinlich touristenüberlaufendste Ort im ganzen Mekong Delta. Wegen der Nähe zu Ho Chi Minh City ist er ein beliebtes Zeit für Tagesausflüge und in nahezu jeder organisierten Mekong eingeplant. Auf der Tour lernten wir, wie Bonbons aus Kokosnuss und Ingwer hergestellt werden und wie toll die Vietnamesen singen können.

Mekong Delta

Die Bonbons konnten wir natürlich direkt an der Produktionsstätte kaufen. Zum Lunch haben wir mit dem Boot einen Stop in einem Restaurant gemacht, wo es allerlei exotischen Schnickschnack gibt. Da wir auf Schlange, Krokodil und Konsorten wenig Lust hatten, gab es ein Menü mit Elefantenohrfisch.

Mekong Menu

Elefantenohrfisch

Nach dem Lunch schnappten wir uns noch ein klappriges Damenrad und machten einen kleinen Verdauungsausflug zu einer Kakaofarm.

Mekong Delta

Das war dann auch schon fast der erste Tag. Nach dem kurzen Aufenthalt in My Tho führen wir weiter nach Can Tho, wo wir am späten nachmittag ankamen. Can Tho war nicht spannend und wir wollten auch am nächsten Morgen früh los zum Swimming Market.

Der Floating Market von Can Tho

Eines der Highlights der Mekong Delta Tour sind die Floating Markets. Einer der bekannteren ist Cai Rang, ca. 45 min mit dem Boot von Can Tho. Wir wollten unbedingt so richtig früh da sein, da es im Morgengrauen am lebhaftesten sein soll und die Vietnamesen ihre Waren handeln. Leider war unser Guide Mr. Vu nicht dazu zu bewegen vor 7 Uhr loszufahren. Er meinte, das sei schon richtig früh und die perfekte Zeit. Unsere Einwände halfen nichts. Früher als 7 Uhr konnten wir nicht rausschlagen. Und das war im nachhinein betrachtet ein No Go.

Can Tho

Cai Rang Floating Market

Cai Rang Floating Market

Cai Rang Floating Market

Cai Rang Floating Market

Vormittags gings dann für uns weiter mit dem Auto in entlegenere Bereiche des Deltas. Wir fuhren ca. 45 min. von Can Tho weg ins Delta. Unser Ziel war eine Familie, die in einem kleinen ursprünglichen Dorf im Mekong Delta wohnt. Zuerst hielten wir an einem lokalen Markt, der echt schon mal ein Highlight des Tages war. Wir waren die einzigen Europäer weit und breit und wurden von allen angegafft. Auf dem Markt gab es wilde Sachen von irgendwelchen außerirdisch anmutenden Gemüsen bis zu echt unappetitlichem Fleisch, z.B. auch Ratte. Wir entschieden uns für ein vegetarisches Mittagessen.

Local Market

Local Market

Local Market

Woman on Local Market

Mit einem kleinen Boot fuhren wir weiter durch die kleinen Seitenarme. Nach ca. 30 min. waren wir am Ziel. Das Dorf, das wir besuchten ist nur mit dem Boot erreichbar. Es gab dort keine Maschinen und keinen Strom. Wir kehrten bei einer netten Familie ein und die Mutter des Hauses zauberte uns vietnamesische gefüllte Pfannkuchen. Dieser kleine Trip war wirklich mehr nach unserem Geschmack als die Touristenattraktionen vom Vortag. Leider konnten wir uns mit den Bewohnern nur über unseren Guide als Dolmetscher verständigen.

Mekong Delta

Mekong Delta

Nach dem Lunch hatten wir noch Zeit, uns die Gegend ein wenig anzuschauen, bevor es zurück ans Festland ging.

Mekong Delta

Das war dann auch schon das Ende unserer Mekong Tour. Mr. Vu setzte uns wieder in Can Tho ab. Von dort sollte am nächsten morgen der Flug nach Phu Quoc gehen.

Mein Fazit zu HCMC und Mekong Delta

Alles in allem war ich nicht ganz so begeistert von Vietnam. Die Leute waren alle nett und die Landschaft war schön und interessant. Mir persönlich waren die touristischen Pfade aber schon zu platt getreten. Das liegt natürlich zum Teil daran, dass wir eine organisierte Tour durchs Delta gemacht haben, statt auf eigen Faust die Gegend zu entdecken. Aber was will man machen, wenn man nur so wenig Zeit hat. Der Besuch in dem abgelegenen Dorf am Ende hat unsere Tour zum Glück noch mal raus gerissen.

Ich rate jedenfalls allen, die Zeit haben dazu, einen Trip auf eigene Faust zu machen. Sicher ist das hier und da ein bisschen komplizierter und zeitaufwändiger. Aber ich glaube man wird damit belohnt, dass man in die richtig spannenden Ecken kommt und dazu noch total flexibel ist. Mein Tipp für den Cai Rang Floating Market: um 05:30 morgens für kleines Geld ein Boot chartern und ohne Guide hinfahren.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Mal…Thomas

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One Comment

  1. Das kann ich bestätigen. Alleine macht es mehr Spaß. Da ich schon etwas älter bin habe ich auch die Tourivariante gewählt aber ich weiss noch wie es früher war 🙂 🙂 Das sind wunderbare Bilder.

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